Sabine Herpich

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ZUWANDERN, Dokumentarfilm, 81 Min., D 2014


zum Film in voller Länge: https://vimeo.com/144593917

Als sich ihre wirtschaftliche Situation verschlechterte, beschlossen Carmen und George Badea, aus Rumänien auszuwandern. Die Frage, in welchem Land ein besseres Leben möglich wäre, war für sie zunächst zweitrangig. Mehr zufällig fiel die Wahl auf Deutschland, gemeinsam mit ihrem Sohn Daniel fuhr das Ehepaar schließlich nach Berlin. Mangels Kontakten und deutschen Sprachkenntnissen verbrachten sie dort den ersten Winter in einer verlassenen Gartenlaube. Geld für Essen verdienten sie sich durch das Sammeln von Pfandflaschen.
Der Film begleitet die Familie neun Monate lang und erzählt von der Zeit, als das Leben auf der Straße zwar vorbei, aber ihre wirtschaftliche Situation noch nicht stabil war. In den Blick kommt dabei auch die Interaktion verschiedener Behörden mit der Familie.

Mit: Marina Carmen Badea, Nicolae George Badea, Alexandru Daniel Badea,
Marian Razvan Badea, Rebeca Ana-Maria Badea
Regie: Sabine Herpich und Diana Botescu
Kamera: Sabine Herpich und Florian Lampersberger
Montage: Maja Tennstedt
Tonschnitt: Jonathan Ritzel
Mischung: Jan Cziharz und Niklas Kammertöns
Color Grading: Marc Lontzek
Produktion: Sabine Herpich

dokKa Karlsruhe 2014: Förderpreis Dokumentarfilm

Jurybegründung:

Der von uns mit dem Förderpreis Dokumentarfilm ausgezeichnete Film ZUWANDERN setzt
voll und ganz auf seine Protagonisten und macht damit alles richtig. Eine Stärke von Sabine Herpich und Diana Botescu liegt in der empathischen und beharrlichen Beobachtung über einen langen Zeitraum. Wir, als Zuschauer werden direkt in das Geschehen gezogen und dabei Zeuge einer beeindruckenden Widerstandsfähigkeit gegen die Widrigkeiten migrantischer System-
fragen. Dabei verzichtet der Film auf unnötige Dramatisierung und will uns nicht belehren. Selten haben wir in einem Film einen so starken, ungebrochenen Optimismus, wie den der Familie Badea erleben dürfen. Gleichzeitig zeigen die Filmemacherinnen aber auch, daß es in Deutsch-
land wenig Anlass für solche Zuversicht gibt.
Die Jury hat den Film ZUWANDERN ebenso als Geschenk begriffen wie die Filmemacherinnen offensichtlich ihre Protagonisten. Und dafür wollen wir uns bedanken.

zur Filmkritik von Lukas Foerster